4. Internationaler Triple-Marathon

Alle zwei Jahre findet am ersten Juliwochenende im nördlichen deutsch-holländischen Grenzgebiet eine besondere Laufveranstaltung statt.

160702 Triple 01
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160702 Triple 02
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160702 Triple 03
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Dann heißt es, drei Marathons an einem Tag zu laufen, die jeweils mit einer Cut-Off-Zeit belegt sind. Start Nr. 1 ist um 5:00 Uhr, Nr. 2 ist um 10:45 Uhr, und Nr. 3 startet um 17:00 Uhr.  Was bedeutet, dass nach jedem Marathon eine Pause gemacht werden darf/muss, die je nach Läufertyp einem entgegen kommt oder einen aus dem Rhythmus bringt.

Los ging es am Freitagnachmittag mit der Anreise, die relativ kurz ist.
Das Ziel ist eine Grundschule in Wardenburg, einem kleinen Vorort von Oldenburg.
Dort fand die Ausgabe der Startnummern statt. Nachdem sich alle Läufer dort eingefunden hatten und sich alle an dem Pastamenü satt gegessen hatten, wurde das Gepäck für die Übernachtungen vor und nach dem Rennen, in den Reisebussen verstaut. Dann ging es Richtung Holland. Gestartet wurde nämlich in Eelde, einem kleinen Vorort von Groningen.  Die zweistündige Fahrt dorthin brachte einen schon ins Grübeln.  Einerseits wegen des Regens, der gegen den Reisebus peitschte, andererseits wegen der Strecke. Der Gedanke:„Das sollen wir alles wieder zurück Laufen?“ schoss wohl vielen Startern durch den Kopf.
In Eelde angekommen, wurde dann auch schon direkt die Turnhalle bezogen.
Gestärkt habe ich mich dann noch einmal mit Pommes und Bier, bevor die Sachen für den ersten Start vorbereitet wurden. Um 23:Uhr wurde dann das Licht in der Halle ausgeschaltet, und alle versuchten ein wenig zu schlafen.

Um 3:00 Uhr ging das Licht dann wieder an und es wurde ernst.
Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es um 4:30 Uhr los. Die Sachen wurden wieder in den Bus gepackt, was sich an dem Wochenende ziemlich oft wiederholte.
Der erste Start erfolgte dann um 5:00 Uhr am Ortsrand auf einem Radweg, zu dem alle mit dem Reisebus hingebracht wurden.
Die 73 Starter setzen sich dann auch zügig in Bewegung. Da der Regen in der Nacht aufgehört hatte, es aber noch bedeckt war, startete ich mit einer dünnen Jacke. Damit wurde es mir aber auch schnell zu warm, und so wurde sie zügig wieder im Rucksack verstaut.
Nun hieß es, einen Rhythmus zu finden. Mein Ziel war es, erst einmal einen Schnitt von 6 min/km zu laufen.  Das funktionierte auch recht gut, und so kam ich auf den ersten Kilometern schon ganz gut mit dem langsamen Tempo zurecht.
Der erste Marathon verging dann auch wie im Flug. Es wurde viel gequatscht, und die schöne Landschaft ließ vergessen, dass man ja gerade mal mit dem ersten Drittel der Tagesaufgabe beschäftigt war. Gelaufen wurde viel neben Grachten und auf endlos langen Geraden, die sich in der Ferne verloren.
Das Ziel befand sich dann an einer Sportanlage in Blijham.
Dort hieß es dann nach 4:11 Std. Laufzeit: Klamotten aus dem Bus holen – Duschen - Umziehen - Klamotten in den Bus packen - ausruhen.
Das Ausruhen verband ich dann noch mit einem kleinen zweiten Frühstück, das dort angeboten wurde. Mit dem Bus ging es dann wieder zum zweiten Start, außerhalb des Ortes. Als wir in den Bus eingestiegen, kam dann auch noch der letzte Läufer ins Ziel.
Der zweite Start war dann schon etwas holprig. Jeder, der schon einmal einen Marathon gelaufen ist, kann das in etwa nachvollziehen. Das ganze Feld lief doch sehr „unrund“ los. Das legte sich bei mir dann nach etwa 5 km, sodass ich dann wieder mein Grundtempo vom ersten Marathon aufnehmen konnte.
Zwischendurch unterhielten wir uns noch kurz mit der späteren Siegerin der Damenwertung, einer holländischen Ultraläuferin. Die flog dann aber auch sehr schnell weiter und war nach weiteren zwei Kilometern nicht mehr zu sehen.
Nach ca. 10 km ging es dann über die Grenze. Landschaftlich bot sich immer noch das gleiche Bild. Lange Geraden, Wiesen und Felder soweit das Auge reicht. Meine Pace wurde dann im letzten Drittel des zweiten Marathons etwas langsamer. An den Verpflegungspunkten, die alle 10 km kamen, konnte ich auch nur noch trinken. Mein Magen konnte mit der Belastung nicht so recht etwas anfangen. Daher kam ich dann doch recht erschöpft ins Ziel in Esterwegen.
Zeit: 4:23 Std.
Dort ging es nach einer ausgiebigen Dusche erst einmal in die Sonne im Zielbereich. Essen konnte ich dort auch noch nicht. Angeboten wurden dort auch wieder Nudeln und Salate, aber irgendwie streikte mein Magen. Ich habe mich dann mit „regenerieren“ in Form von Beine hoch legen und Zieleinläufe anschauen beschäftigt. Nach einer Stunde „Nichtstun“, konnte ich dann einen Müsliriegel und ein paar Weingummis essen. Es ging mir auch schon wieder etwas besser, und so kreisten die Gedanken schon beim dritten Marathon. Der startete dann wieder am Ortsrand.
Hier war das Starterfeld dann schon ziemlich klein geworden. Ich stellte mich ganz hinten rein und ging die ersten Kilometer die langsamste Pace aus dem Feld mit. An normales Joggen war da noch nicht zu denken. Die Beine waren nun so schwer, dass ich doch einige Zeit brauchte, um wieder einen Rhythmus zu finden.
Kopfmäßig hatte ich  mir den Marathon in 10 km-Schritte aufgeteilt.
Die ersten 10 km warten kein Problem. Die erste Verpflegungsstelle kam sehr schnell. Ab da zählte ich immer jeden Kilometer bis zur nächsten Station runter.
Km 10 – Km 20 sind wir zu zweit gelaufen. Interessante Gespräche machten die ganze Sache dabei etwas einfacher. Zwischen Km 20 und Km 30 hatte ich dann meinen einzigen Tiefpunkt des Tages. Kopfmäßig ging da nicht viel. Ich verfiel in ein abwechselndes Gehen und Laufen. Mein Heißhunger auf Eis, der auf einmal da war, konnte dann an einer Tankstelle befriedigt werden, was bei mir wieder etwas Motivation freisetzte. Ich stolperte dann bis Km 30 weiter. An dem letzten Verpflegungspunkt des Tages gönnte ich mir dann wieder eine schöne Pause.
Nach einem Becher heißer Gemüsebrühe konnte ich mich dann wieder motivieren, die letzten Kilometer durchgehend zu joggen.
Auf den Straßen war kein Auto mehr zu sehen, da das Spiel Deutschland - Italien gerade angepfiffen worden war, was mir zu dem Zeitpunkt total egal war.
Nach 10 km Radweg und einer halben Ortsumrundung kam ich dann nach 4:40 Std. ins Ziel. Ich wart total überrascht von der Zeit, da ich mit 5 Std. gerechnet hatte und die letzten 15 km nicht mehr auf die Uhr geschaut hatte.
Dann hieß es wieder ab in die Dusche. Nach einer halben Stunde Ausruhen wollte ich dann noch Fußball gucken. Mir war aber so kalt, dass ich mich in den Schlafsack legte und relativ schnell eingeschlafen bin.
Von 73 Startern liefen 43 Starter alle drei Marathons. Ich konnte mein Ziel, eine TopTen-Platzierung, erreichen und wurde Gesamt 8.
Marathon 1 : 19. Platz
Marathon 2 : 10. Platz
Marathon 3 : 9. Platz
Der Lauf war auch als „Generalprobe“ für den 100Meilen-Lauf in Berlin gedacht. Nach einer Bruttolaufzeit von knapp 17 Std. und einer Nettolaufzeit von 13:15 Std. ist diese aus meiner Sicht gut gelungen. Die letzten 34 Kilometer, die für den Berlinlauf noch fehlen würden, lassen mein Ziel, dort unter 24Std. zu laufen, immer realistischer werden.
Aber so ein Lauf geht nun mal einen ganzen Tag, und dann kann auch noch viel passieren.

Andreas Fölting
TSV Raesfeld
stellv. Abteilungsleiter Lauftreff / Leichtathletik