Mit System zum Gewinn


Die WAZ schreibt über die erfolgreiche Hinrunde des TSV Raesfeld:

"Kaum ein Team sorgt in dieser Saison für soviel Furore. Dorstens Fußball-Szene ist sich einig: Der TSV Raesfeld ist das Überraschungsteam schlechthin. Vom sicheren Abstiegskandidaten zur Elf der Stunde. Erfolgstrainer Norbert Wiese spricht über die Gründe für den aktuellen Erfolg und wirkt dabei manchmal selbst überrascht.

„Für unseren Erfolg gibt es viele an Gründen, aber ich denke, dass es vor allem wichtig war, dass der Vorstand hinter mir stand und Geduld hatte“, erinnert sich Norbert Wiese an eine schwierige Anfangszeit zurück.

Rückblick: Nach 15 Spielen in der Saison 2011/2012 steht der TSV Raesfeld auf dem vorletzten Platz der Kreisliga A. Neun Niederlagen, 30 Gegentore, fünf Rote Karten und eine Handvoll verletzter Leistungsträger. Die Bilanz eines sicheren Absteigers.

Norbert Wiese hatte den TSV vor der Spielzeit von Jürgen Bülten übernommen und wagte eine riskante Systemumstellung. Statt mit einem Libero ließ der ehemalige Jugendtrainer seine Elf nun mit einer Viererkette und zwei Stürmern spielen. Eine Maßnahme, die erst mit der Zeit Wirkung zeigte. „Das waren einfach die Zeichen der Zeit. Meine Mannschaft brauchte Zeit zum Umdenken“, erinnert sich Wiese, der trotz der schwierigen Phase Rückendeckung erfuhr: „Unser Vorsitzender Andre Olbing und Abteilungsleiter Manfred Epping standen immer hinter mir.“Unter dem Motto „Mitleid bekommt man geschenkt, Anerkennung muss man sich erarbeiten“ trainierte der TSV-Trainer mit seiner Elf immer wieder dieselben Abläufe und legte Wert auf ein sicheres Passspiel. Schon in der Winterpause sollte sich Besserung einstellen. Eine Tatsache, die laut Wiese auch eng mit dem Namen Tino Ullmann verknüpft ist. Der gebürtige Brandenburger kam im Zuge seiner Ausbildung nach Dorsten und schloss sich dem TSV an. Seither ist er aus der ersten Elf kaum noch wegzudenken. Mit sieben Siegen und vier Unentschieden in der Rückrunde schaffte die Wiese-Elf gerade so den Klassenerhalt und legte in der aktuellen Spielzeit einen fast schon kometenhaften Aufstieg hin.

Mit neun Siegen und der besten Abwehr der ganzen Liga (erst 14 Gegentore) stehen die Raesfelder auf Platz drei und ließen am letzten Spieltag auch Spitzenreiter TuS Gahlen beim 3:1-Sieg keine Chance. „Diese Saison ist natürlich eine tolle Bestätigung nach dem schwierigen Start. Wir haben aber auch einfach eine tolle Mannschaft“, sagt Norbert Wiese. Als Säulen seiner Elf nennt der 55-Jährige unter anderem Abwehrspieler Ullmann und Mittelfeldregisseur Tobias Schollmeyer. Im Sturm sorgt Pascal Ludwig für die nötigen Tore, während der erfahrene Keeper Christian Dosedal ein sicherer Rückhalt ist. Zudem hat sich Neuzugang Timm Schwering als Glücksgriff erwiesen.

Damit die Schultern seiner Spieler durch die vielen Klopfer nicht runterhängen, fordert Trainer Wiese auch weiterhin höchste Konzentration und mahnt gleichzeitig vor Rückschlägen: „Im Moment läuft es, aber es kommen auch wieder schlechtere Zeiten.“In Zukunft will sich das kleine Fußball-Dorf Raesfeld in der Spitze der A-Kreisliga etablieren. Viel hängt dabei vom eigenen Nachwuchs ab. Fußball-Kenner sehen den TSV-Jugendbereich bereits jetzt als zweite Kraft hinter dem SV Schermbeck. Nachwuchsspieler wie Steffen Flück oder Stefan Brömmel beweisen das. Doch die Landesligisten aus Borken und Gemen ließen schon einige TSV-Talente beobachten. „Unsere Zukunft hängt davon ab, ob wir die Talente binden können“, ist sich Wiese sicher. Die Gemeinde hat erst kürzlich einen Rasentrainingsplatz angelegt, um die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.

Der TSV bastelt an einer erfolgreichen Zukunft und will irgendwann den Nimbus der Unaufsteigbaren ablegen. „Einmal Bezirksliga wäre für alle hier eine große Sache“, so Norbert Wiese. Man gönnt es ihnen. "